Zielgruppe sind erwerbsfähige Leistungsberechtigte im SGB II, die trotz bestehender Arbeitsmotivation langfristig in geringfügigen oder nicht existenzsichernden Beschäftigungsverhältnissen verbleiben. Charakteristisch für diese Zielgruppe ist ein ausgeprägtes "Verharrungs-verhalten", das sich sowohl auf beruflicher als auch auf persönlicher Ebene zeigt.
Eine nennenswerte Zahl hat sich über Jahre hinweg in einem vertrauten, aber ökonomisch instabilen Arbeitsumfeld eingerichtet. Mal durch fehlende Perspektiven, geringes Vertrauen in die eigene Veränderungsfähigkeit, Sorge vor Überforderung, aber auch durch familiäre Verpflichtungen oder negative Vorerfahrungen. Hinzu kommen oft fehlende Kenntnisse über Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Das Verharrungsverhalten führt dazu, dass vorhandene Kompetenzen nicht ausgeschöpft und individuelle Entwicklungspotenziale kaum genutzt wer-den. Viele der Betroffenen zeigen ein angepasstes, aber passives Arbeitsverhalten: Sie erfüllen ihre Tätigkeiten zuverlässig, vermeiden aber Veränderungen, die eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation ermöglichen könnten. Oft haben die eLB auch Sorge, sich "unangemessen" zu verhalten und so ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn sie den Arbeitgeber um eine Ausweitung der Arbeitszeit bitten.
Es besteht ein deutlicher Bedarf an einer Maßnahme, die gezielt auf Aktivierung, Bewusstseinsbildung und Stärkung der Selbstwirksamkeit ausgerichtet ist.
Ziel der Maßnahme soll sein:
- das individuelle Verharrungsverhalten erkennen und auflösen,
- Selbstvertrauen und Veränderungsbereitschaft stärken,
- berufliche und persönliche Ressourcen aktivieren,
- realistische Entwicklungsstrategien erarbeiten,
- sowie den Zugang zu Qualifizierung, Weiterbildung und höherwertiger Beschäftigung erleichtern.
Inhaltlich sollte die Maßnahme folgende Bausteine umfassen:
- Standortbestimmung und Analyse der Erwerbsbiografie,
- Motivations- und Perspektivarbeit mit Fokus auf Veränderungskompetenz,
- Unterstützung bei Gesprächen / Verhandlungen mit dem Arbeitgeber im Bezug auf eine Ausweitung des Arbeitsvertrages
- Nutzung digitaler Tools (z. B. NewPlan) zur beruflichen Zielfindung,
- Bewerbungs- und Übergangscoaching,
- optionale Kurzpraktika oder Hospitationen zur Erprobung neuer Tätigkeitsfelder.
- Motivational Interviewing, Empowerment-Ansätze und lösungsorientierte Beratung
- Heranführen an weitere Hilfen (z.B. Kinderbetreuung)
Angestrebt wird eine nachhaltige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und eine messbare Reduzierung der Hilfebedürftigkeit durch Übergänge in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder Stundenaufstockungen.
(Die Gesamtkonzeption (Inhalt, Durchführung und Methodik) wird nicht durch die beauftragende Behörde vorgegeben und ist im Angebotskonzept darzulegen.
Weitere Details entnehmen Sie bitte den Ausschreibungsunterlagen.