Zielgruppe
Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren, die arbeitslos sind, nicht mehr schulpflichtig und aufgrund psychischer Belastungen, fehlender Orientierung oder mangelnder Motivation für den Arbeitsmarkt besondere Unterstützung benötigen. Viele Teilnehmende verfügen über ein durchschnittliches Bildungsniveau, zeigen jedoch Unsicherheiten in sozialen Kompetenzen, Selbstorganisation und beruflicher Perspektivplanung. Sie sind im gesundheitlichen, sozialen oder psychischen Bereich belastet und benötigen hier Unterstützung. Der Jugendliche muss deutsch verstehen und sich verständigen können.
Zeitlicher Umfang
Die Teilnehmenden werden grundsätzlich für 12 Monate zugewiesen mit einem Umfang von 25 Stunden pro Woche. Bei Nachmündungen in das Projekt, werden die Teilnehmenden für die restliche Vertragslaufzeit zugewiesen.
Teilnehmerplätze und Personal
Es sollen 21 Teilnehmerplätze vorgehalten werden. Der Personalschlüssel beträgt 1:7. In der Maßnahme kommen Jobcoaches, Theaterpädagogen und Sozialpädagogen zum Einsatz. Der Auftraggeber darf selber entscheiden wie hoch die Gewichtung der jeweiligen Positionen ist und worauf er den Schwerpunkt legt. Dies ist im Konzept darzustellen. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings das einstündige Einzelcoaching für jeden Teilnehmer durch eine sozialpädagogische Fachkraft.
Inhalt
Die Maßnahme dient der persönlichen und psychischen Stabilisierung. Die Kompetenzen der Jugendlichen sollen entwickelt werden und eine soziale Integration erfolgen. Am Ende sollen die Jugendlichen beruflich orientiert sein, so dass eine Heranführung an den Arbeitsmarkt möglich ist.
Zentrale Ziele sind:
- Entwicklung realistischer beruflicher Perspektiven
- Herausarbeitung von mindestens zwei realistischen Berufswünschen pro Teilnehmenden
- Stärkung der psychischen Stabilität
- Aufbau sozialer und lebenspraktischer Kompetenzen
- Förderung der Selbstwirksamkeit und des Selbstbewusstseins
- Verbesserung der Alltagsstruktur und Zuverlässigkeit auch durch Sozialpädagogische Begleitung
- Erprobung beruflicher Interessen im Rahmen von Praktika
Das Angebot soll modular aufgebaut sein und muss flexibel an die Bedarfe der Jugendlichen angepasst werden, so dass auch eine laufende Nachmündung möglich ist.
Die Individualität der Jugendlichen soll im Vordergrund stehen. Nach einem Einstieg, soll es als Herzstück der Methodik ein Theaterpädagogisches Projekt mit einer Bühnenaufführung geben. Dabei muss aber die berufliche Orientierung (Berufe-Check) auf zwei Zielberufe und die Durchführung von Praktika dauerhaft unterstützt und angeboten werden. Der zeitliche Ablauf zur Theateraufführung bleibt dem Auftragnehmer überlassen, soll aber im Zeitraum der letzten 4 Monate erfolgen.
Zum Abschluss der Maßnahme kann der Jugendliche folgendes vorweisen:
- Entwicklung einer klaren beruflichen Perspektive
- Erprobung der Berufswünsche in der Praxis und zwar mit mindestens zweimaligem Absolvieren eines zweiwöchigen Praktikums.
- Stärkung der sozialen Kompetenzen und der Selbstständigkeit
- marktübliche Bewerbungsmappe und Bewerbungsstrategie
- Vorbereitung eines Übergangs in den Arbeitsmarkt
Ablauf und Struktur
Es sollen dauerhaft 21 Teilnehmerplätze vorgehalten werden. Auf Grund von Abbrüchen und Vermittlungen werden Teilnehmerplätze auch vor dem Ende der regulären Zuweisungsdauer von 12 Monaten frei werden. Die Maßnahme soll daher als kontinuierliche Maßnahme mit gleitendem Einstieg angelegt sein. Eine schnelle Nachbesetzung der Plätze soll erfolgen können und es muss einmal in der Woche eine Nachmündung möglich sein. Dafür stehen Auftraggeber und Auftragnehmer im engen Austausch.
Der Auftragnehmer soll für einen sanften Einstieg in den Tag sorgen. Daher sollen die Teilnehmenden zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr (Gleitzeit) beginnen können. Eventuell auch mit einem kleinen Frühstück und Tee. Ein späterer Beginn als 9:00h ist nicht vorgesehen. Die Teilnehmenden sollen nach 5 Stunden die Maßnahme abschließen können (auch wenn dies vor 14h ist). Der Auftragnehmer muss dafür sorgen, dass die Teilnehmenden eine eigene sinnvolle Tätigkeit, der sie selbstständig nachgehen können, hat. Dieser Tätigkeit ist dann entweder vor 9:00h oder nach13:00h nachzugehen.
Zu Beginn der Maßnahme soll ein vierwöchiger Einstiegsabschnitt erfolgen.
Die Inhalte dieses Abschnittes sind:
- Kennenlernen
- Vertrauensaufbau
- Kompetenzanalyse
- Berufliche Zielklärung
Danach folgen verschiedene Module, mit Theaterpädagogik, kreativpädagogischen Übungen, Kompetenztraining, Bewerbungsvorbereitung und Erprobungen im realen Arbeitsumfeld.
Die Wirkung der theaterpädagogischen Module soll sein:
- Förderung sozialer Kompetenzen
- Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit
- Verbesserung der psychischen Stabilität
- Verbesserung von Ausdrucksfähigkeit (körperlich, stimmlich, emotional)
- Stärkung von Spontanität, Mut und Problemlösungskompetenz
- Verbesserung der sozialen Interaktion und Gruppenfähigkeit
- Entdeckung eigener kreativer Ressourcen