Die Stadt Hattingen beabsichtigt gemeinsam mit vier Nachbarstädten einen gemeinsamen Beitrag zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 zu leisten. Ein wichtiges Projekt der interkommunalen Studie ist u. a. die Ruhrpromenade mit dem Neubau einer Fuß- und Radwegbrücke über die Ruhr, die sowohl für die IGA 2027, aber noch viel mehr für die Stadt Hattingen selbst eine enorme Bedeutsamkeit hat. Der Standort des Brückenbauwerks befindet sich in einem Überschwemmungsgebiet.
Das Brückentragwerk wird als Hängebrücke mit geneigten und einseitig befestigten Schrägseilen/Hängern gestaltet. Das im Grundriss gekrümmte Brückendeck weist einen einzelligen Hohlkasten auf, welche monolithisch mit den beiden Widerlagern verbunden ist. Hierdurch handelt es sich um eine integrale Bauweise.
Der stählerne Hohlkasten, welcher bei einer Länge/Spannweite von ca. 107 m eine Konstruktionshöhe von 600 mm aufweist, besitzt einen asymmetrischen Querschnitt, welcher gestalterisch auf die Krafteinleitung der Hänger reagiert. Das Bodenblech weist eine Steigung Richtung Osten auf, wodurch das Unterspülen von Treibgut im Hochwasserfall begünstigt wird.
Der Mast wird auf der nördlichen Uferseite der Ruhr, im Fließschatten des Widerlagers, platziert. Das Brückendeck wird über Tragseile und 21 geneigte Hänger/Schrägseile an der Mastspitze befestigt. Der nach Norden geneigte Mast wird über zwei Abspannseile stabilisiert.
Die Widerlager an beiden Uferseiten werden als Kastenkonstruktion mit Tiefgründung, bestehend aus vertikalen Bohrpfählen und geneigten Dauerankern, ausgebildet. Der geneigte Mast überträgt seine Kräfte auf ein Einzelfundament mit z. T. geneigten Bohrpfählen. Die Abspannseile werden an Einzelfundamenten mit Dauerankern angeschlossen.
Die Leistungen in der Ausschreibung umfassen die bautechnische Prüfung von Standsicherheitsnachweisen, Konstruktions- bzw. Ausführungsunterlagen und sonstigen Sicherheitsnachweisen mit Übergabe aller damit in Zusammenhang stehenden Aufzeichnungen und Unterlagen:
- Prüfung der rechnerischen Nachweise für die Ausführungsplanung
- Prüfung der zugehörigen Ausführungszeichnungen in statisch-konstruktiver Hinsicht
- Prüfung der Werkstattzeichnungen des Stahlbaus
- Prüfung der Ausführungsunterlagen in schweißtechnischer Hinsicht
- Prüfung von statischen Berechnungen und Ausführungszeichnungen aller Montage-, Bau- und
Transportzustände wie z. B. Einschwimmen der Brücke
Darüber hinaus sind stichpunktartige Kontrollen der Ausführung vor Ort, insbesondere bei der Montage und dem Spannen von Seilen (geprüfte bautechnische Nachweise) erforderlich.