Auftragsgegenstand sind die Planungs- und Überwachungsleistungen für Baulogistik gemäß AHO-Heft Nr. 25 Stand März 2011 (Grund- und besondere Leistungen) sowie die weiteren Leistungen gemäß Leistungsbild Anlage 5.4. für den Neubau der FW (1. BA) und für den Umbau und die Sanierung der RW (2. BA) in Bauabschnitten.
Der Auftraggeber sieht den Planer für die Baulogistik (im weiteren "Baulogistiker") in einer Verantwortungsposition (= keine Beraterfunktion) bezüglich der Logistik auf der Baustelle. Er sorgt für eine reibungslose und geordnete Abwicklung der Verkehrs-, Waren- und Personenströme unter besonderer Würdigung der örtlichen Heraus-forderungen und setzt - unterstützt vom Auftraggeber und der Projektsteuerung - die Einhaltung der von Ihm erlassenen "Baustellenregeln" durch.Der Auftraggeber legt großen Wert darauf, dass der Baulogistiker unabhängig ist und ohne Interessenkonflikte mit Baustellendienstleistern und Lieferanten die Interessen des Auftraggebers auf der Baustelle durchsetzt.Der Baulogistiker wird insbesondere in der Planungsphase durch den Generalplaner unter koordinierender Mitwirkung des Projektsteuerers unterstützt, um die erforderlichen Eingangsdaten für das Baulogistikkonzept zu erhalten.Mit allen Projektbeteiligten ist ein Baustelleneinrichtungskonzept abzustimmen und auszuarbeiten.Beispielhaft werden folgende Punkte genannt, die in der Baustelleneinrichtungs-planung und dem Baulogistikkonzept bearbeitet werden müssen:- die Höhen und Oberflächenbeschaffenheiten- Baustraßen (ggf. asphaltiert), mit Höhenverlauf, Quergefälle- Einfriedung des Baufeldes inkl. Tore- Sicherung der Baustellenein- und -ausfahrt(en) durch Tore- Konzept für eine automatisierte Schranke zur ampelgesteuerten Ausfahrtskontrolle- Videoüberwachung und Baufeldbeleuchtung- Wachschutz zur Einlasskontrolle- Konzept für Baustromversorgung- Baukranpositionierung, ggf. Positionierung von Bauaufzügen- Standort für Containerdorf
Durch den Baulogistiker sind u. a. diese Themen im Rahmen eines Baustellen-versorgungs- und Logistikkonzepts weiterzuentwickeln bzw. zu planen und im weiteren Verlauf seines Auftrags in Teilen oder ggf. vollständig deren Umsetzung zu koordinieren und zu überwachen:- Konkrete Planung Büro- und Besprechungscontainer sowie Beschaffungs-modelle- Bauwasserversorgung inkl. Frostschutz und Sicherstellung der Trinkwasser-hygiene- Entsorgungskonzept- Reinigungskonzept für die unterschiedlichen Bau- und Ausbauphasen, für innen und außen- Bewachungskonzept/ Sicherheitskonzept inkl. Videoüberwachung und Alarmverfolgung- Erstellung eines Verkehrskonzeptes für den zu erwartenden Baustellenverkehr einschl. Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt- Anlieferung (Terminierung, ggf. LKW-Wartezonen, wenn möglich, Verkehrslenkung, Ablauf und Koordination von Fahrzeugen vor und auf dem Baufeld)- Parkierung (Mitarbeiter, Baufirmen, Objektüberwachung, Bauherr, Erlaubnisse, Sanktionen)- Beschaffung und Platzierung von Sicherheits- und Notfalleinrichtungen in Abstimmung mit dem SiGeKo (Fluchtwegbeschilderung, Erste-Hilfe, Sozialräume, Sammelplätze)- Alarmplan / Sicherheitskonzept für Sanitäts- und Löscheinsätze- Abrechnung der Logistikleistungen
Angebotspreis
o 15 % Aufbauorganisationo 30 % Sicherstellung der Projektzieleo 25 % Projektspezifischer Ansatz
Die Kommunikation im Verfahren,d.h. die Beantwortung von Bieterfragen, Nachsendung von Unterlagen, Änderungen, Fristverlängerungen und weiteren Informationen erfolgt über den Vergabemarktplatz Metropole Ruhr. Zur Teilnahme am Verfahren ist es zwingend erforderlich, dass Einsicht in die dortigen Unterlagen genommen wird. Im Vergabemarktplatz wird die Möglichkeit angeboten, am Verfahren teilzunehmen.
Es handelt sich um ein zweistufiges Vergabeverfahren, bestehend aus Teilnahme- und Angebotsphase (Verhandlungsverfahren).
Im Rahmen der Teilnahmephase werden Mindestkriterien abgefragt.
Von den Bewerber*innen, die die gestellten Mindestkriterien erfüllen, werden maximal 5 zum Verhandlungsverfahren eingeladen. Hierzu wird auf Grundlage der erreichten Punkte aus den zusätzlichen Bewertungskriterien eine Rangfolge erstellt. Bei Punktegleichheit entscheidet das Losverfahren.
Gemäß § 160 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) muss ein Nachprüfungsantrag spätestens 15 Kalendertage nach Eingang der Mitteilung des Auftraggebers, einer Rüge nicht abhelfen zu wollen, bei der angegebenen Vergabekammer eingereicht werden.Ein Nachprüfungsantrag ist zudem unzulässig, wenn der Antrag erst nach Zuschlagserteilung zugestellt wird (§168 GWB).
Die Zuschlagserteilung ist möglich zehn Kalendertage nach Absendung der Information über die Vergabeentscheidung per Fax oder E-Mail und 15 Kalendertage nach Absendung der Information über die Vergabeentscheidung per Post, wobei die Frist jeweils unabhängig vom Zugang der Information beim betroffenen Bewerber oder Bieter am Tag nach Absendung der Information beginnt (§ 134 GWB).
Die Zulässigkeit eines Nachprüfungsverfahrens setzt ferner voraus, dass erkannte Vergabeverstöße innerhalb der in § 160 Abs. 3 Nr. 1 GWB genannten Fristen gegenüber dem Auftraggeber gerügt wurden.
Der Auftraggeber ist an die Bestimmungen des Runderlasses des Innenministeriums Nordrhein-Westfalen "Verhütung und Bekämpfung von Korruption in der öffentlichen Verwaltung (Anti-Korruptionserlass)" in der jeweils geltenden Fassung (aktuell vom 09.12.2022) gebunden.
Mit Angebotsabgabe sind Eigenerklärungen über das Nichtvorliegen der Ausschlussgründe nach §§ 123 und 124 GWB abzugeben.
Der Auftraggeber wird ab einer Auftragssumme von 30.000 EUR für den Bieter, der den Zuschlag erhalten soll, den Nachunternehmer und den Verleiher von Arbeitskräften einen Auszug aus dem Wettbewerbsregister beim Bundeskartellamt anfordern.
Subunternehmer:Bei der Beauftragung von Subunternehmen oder der sonstigen Einschaltung Dritter können sich die Bieter zum Nachweis Ihrer Leistungsfähigkeit und Fachkunde auch dieser Unternehmen bedienen.Bei Angebotsabgabe in Verbindung mit einem Subunternehmer ist eine Verpflichtungserklärung über das Bereitstellen entsprechender Mittel zur Auftragserfüllung einzureichen. Darüber hinaus ist von den Bietern anzugeben, in welcher Höhe sie beabsichtigen, Leistungen an Subunternehmen zu vergeben. (s. Teilnahmeantrag)
Bietergemeinschaften:Die Anforderungen an Bietergemeinschaften sind den Vergabeunterlagen zu entnehmen.
Für die Auftragsvergabe gelten die Bedingungen des Tariftreue- und Vergabegesetzes NRW (TVgG-NRW).
Bereitstellung der Unterlagen:Es erfolgt eine elektronische Bereitstellung auf dem Vergabemarktplatz Metropole Ruhr (zu den unter http://www.evergabe.nrw.de/VMPCenter/ genannten Nutzungsbedingungen können die Vergabeunterlagen kostenlos angefordert und heruntergeladen und Nachrichten der Vergabestelle eingesehen werden.)
Nachforderungen gemäß § 56 VgV
Nachweis der fachlichen Eignung: Architekt*in und / oder Ingenieur*in
Angaben zu Eintragungen im Berufs- bzw. Handelsregister, Gewerbezentral- und Wettbewerbsregister, sowie Mitgliedschaft in einer Berufsgenossenschaft.
3 Mio. EURO für Personenschäden, sowie 3 Mio. EURO für Sach- und Vermögensschäden
mind. 150.000 EURO netto Honorarumsatz für die Fachdisziplin Baulogistik im Mittel der letzten drei Jahre
Mind. 3 Mitarbeitende im Mittel der letzten drei Jahre, davon:o 2 MA Dipl.-Ing./Dipl.-Ingenieurinnen oder Master of Science
Eine Referenz über die in den letzten fünf Kalenderjahren erbrachten Leistungen im Bereich Baulogistik. Die Referenz muss die folgenden Mindestkriterien erfüllen:o Investitionssumme mind. 12,0 Mio. EUR bruttoo Das Referenzobjekt wurde in einem begrenzten Baufeld mit umgebender Bebauung umgesetzt.o Die Leistungen der Baulogistik Lph.1 bis 6 und 8 nach AHO-Heft Nr. 25 müssen durch das Büro abgeschlossen sein
Zusätzliche Bewertungskriterien zu dieser Referenz:o Das Referenzobjekt wurde unter Aufrechterhaltung deslaufenden Betriebs erstellt (3 Punkte)o Das Referenzobjekt wurde in mehreren Abschnittenerstellt und die bereits fertiggestellten Abschnitte sindvorzeitig in Betrieb genommen und sind bereits währenddes weiteren Baugeschehens genutzt worden (2 Punkte)o Das Referenzobjekt ist ein öffentliches oder privates Gebäude aus den Bereichen "Feuer- und Rettungswachen, Verwaltung, Industriebau, Gesundheit, Sport, Bildung" (1 Punkt)o Das Referenzprojekt hatte einen öffentlichen Auftraggeber (1 Punkt)o Das Referenzobjekt wurde gem. BNB / DGNB zertifiziert (2 Punkte)o Die Investitionssumme des Referenzobjektes beträgt >20 Mio EUR brutto (KG 200 bis 700 nach DIN 276) (1 Punkt)
Die Vergabestelle behält sich vor, die abgegebenen Angaben und Erklärungen hinsichtlich der Eignung zu überprüfen. Hierzu verlangt sie vom Bieter die Vorlage entsprechender Bescheinigungen (z.B. von Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Finanzamt, Krankenkasse). Kopien der verlangten Bescheinigungen sind zugelassen. Dieses gilt auch, wenn das Original den Vermerk "Nur im Original oder als beglaubigte Kopie" trägt.